Anwendung

Wo die IPK zum Einsatz kommt.

Das VTE-Risiko und die Abwägung zwischen mechanischer und medikamentöser Prophylaxe sehen in jedem Fachbereich anders aus. Diese Übersicht führt zusammen, was die S3-Leitlinie für den jeweiligen Bereich hergibt — und wo sie nichts hergibt.

Wie diese Übersicht zu lesen ist

Nicht jeder Bereich ist gleich gut belegt. Für einige nennt die S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe (AWMF 003-001, Version 4.1) die intermittierende pneumatische Kompression namentlich und mit Empfehlungsgrad. In anderen wird sie im Fließtext benannt, ohne eigene Empfehlung. Wieder andere stützen sich allein auf die Zweckbestimmung des Geräts und die ärztliche Indikationsstellung.

Damit erkennbar bleibt, worauf eine Aussage jeweils beruht, trägt jeder Bereich eine Kennzeichnung:

  • Leitlinienempfehlung Die Leitlinie spricht für diesen Bereich eine eigene Empfehlung aus, die die IPK benennt — mit Nummer und Empfehlungsgrad.
  • In der Leitlinie benannt Die IPK wird im Kapitel zu diesem Bereich behandelt, ohne dass eine eigene Empfehlung formuliert ist.
  • Anwendung nach Zweckbestimmung Keine bereichsbezogene Aussage der Leitlinie. Der Einsatz richtet sich nach den allgemeinen Empfehlungen, der Zweckbestimmung des Geräts und der ärztlichen Indikationsstellung.

Die Indikationsstellung trifft in jedem Fall das behandelnde Fachpersonal. Vergleichsstudien zwischen einzelnen IPK-Systemen liegen nicht vor; die Angaben auf diesen Seiten beziehen sich auf das Verfahren, nicht auf ein Fabrikat.

Krankenhaus

Von der Intensivstation über die Neurochirurgie bis zur Endoprothetik — sechs Bereiche mit eigener Ausgangslage.

Das VTE-Risiko und die Abwägung zwischen mechanischer und medikamentöser Prophylaxe fallen je nach Fachbereich unterschiedlich aus. Diese Übersicht ordnet die Bereiche danach, was die S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe (AWMF 003-001, Version 4.1) jeweils hergibt.

Reha-Klinik

Die Phase, in der ein erheblicher Teil der VTE-Ereignisse tatsächlich auftritt.

Reha-Einrichtungen gliedern sich nach Indikationsbereichen, nicht nach Fachabteilungen. Fachlich ist die Ausgangslage klar: Ein erheblicher Teil der VTE-Ereignisse tritt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auf — also dort, wo die Weiterbehandlung stattfindet. In Deutschland bestehen 1.067 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit rund 160.700 Betten; die mittlere Verweildauer liegt bei 25,6 Tagen und damit deutlich über der stationären Verweildauer im Krankenhaus (Statistisches Bundesamt, 2024).

Was in jedem Bereich gleich bleibt

So unterschiedlich die Ausgangslage je Fachbereich ist — drei Punkte gelten überall. Erstens ersetzen Basismaßnahmen und physikalische Maßnahmen eine indizierte medikamentöse VTE-Prophylaxe nicht (Empfehlung 7.2). Zweitens sollen bei mittlerem oder hohem VTE-Risiko und Kontraindikationen gegen Medikamente physikalische Maßnahmen zum Einsatz kommen, bevorzugt die IPK (Empfehlung 7.3, Empfehlungsgrad A). Drittens gelten die Kontraindikationen der Gebrauchsanweisung unabhängig vom Fachbereich.

Vor dem ersten Einsatz steht in jedem Fall die Geräteeinweisung nach § 4 Abs. 3 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Wie diese abläuft und was dokumentiert wird, steht unter Geräteeinweisung & Schulung.

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