Anwendung

Die IPK im Krankenhaus

Von der Intensivstation über die Neurochirurgie bis zur Endoprothetik — sechs Bereiche mit eigener Ausgangslage.

Das VTE-Risiko und die Abwägung zwischen mechanischer und medikamentöser Prophylaxe fallen je nach Fachbereich unterschiedlich aus. Diese Übersicht ordnet die Bereiche danach, was die S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe (AWMF 003-001, Version 4.1) jeweils hergibt.

Die Reihenfolge folgt der Belegtiefe: Bereiche mit eigener Leitlinienempfehlung stehen vorn, danach jene, in denen die Leitlinie die IPK im Fließtext behandelt. Was unabhängig vom Fachbereich gilt — Gerätezahl je Station, Anwendungsdauer, Verbrauch — steht weiter unten unter Was das auf Station bedeutet.

Leitlinienempfehlung

Neurochirurgie

Empfehlung 12.5 (neu 2025), Grad B · Empfehlung 12.3, Grad A

Nach Eingriffen am zentralen Nervensystem und nach Schädel-Hirn-Trauma verbietet sich die medikamentöse Prophylaxe häufig oder ist nur eingeschränkt möglich. Die S3-Leitlinie zieht daraus eine klare Konsequenz: Erfolgt keine medikamentöse Thromboseprophylaxe, soll eine physikalische VTE-Prophylaxe durchgeführt werden (Empfehlung 12.3, Empfehlungsgrad A).

In Version 4.1 ist eine Empfehlung hinzugekommen, die das Verfahren benennt: Ist während eines Eingriffs am zentralen Nervensystem eine VTE-Prophylaxe indiziert, sollte sie in Form einer intermittierenden pneumatischen Kompression erfolgen (Empfehlung 12.5, Empfehlungsgrad B, neu 2025). Damit ist die Neurochirurgie einer der wenigen Bereiche, in denen die Leitlinie nicht allgemein von physikalischen Maßnahmen spricht, sondern die IPK ausdrücklich meint.

Weiterführend: S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe · Wirkprinzip der IPK · Kontraindikationen der IPK

Leitlinienempfehlung

Stroke Unit & Neurologie

Empfehlungen 13.10, 13.11, 13.14, 13.15, 13.16, 13.17 · Grade B, EK und 0

Beim akuten ischämischen Schlaganfall trennt die Leitlinie die beiden physikalischen Verfahren deutlich: Bei immobilen Patientinnen und Patienten sollte eine intermittierende pneumatische Kompression erfolgen (Empfehlung 13.10, Grad B) — medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe dagegen sollten nicht eingesetzt werden (Empfehlung 13.11, Grad B). Als gleichrangige Alternativen behandelt die Leitlinie die beiden Verfahren an dieser Stelle also ausdrücklich nicht.

Für Blutungen kamen 2025 drei Empfehlungen hinzu. Bei Parenchymeinblutung im Rahmen eines Schlaganfalls sollten Patienten eine physikalische Prophylaxe mit IPK erhalten (13.14, Grad B). Bei akuter spontaner intrakranieller Blutung mit Mobilitätseinschränkung sollte bevorzugt die IPK zum Einsatz kommen (13.16, Expertenkonsens).

Zwei Empfehlungen drehen die übliche Reihenfolge um. Bei akuter spontaner intrakranieller Blutung mit Mobilitätseinschränkung oder hohem VTE-Risiko können Patienten NMH erhalten, wenn die intermittierende pneumatische Kompression nicht durchführbar ist (13.17, Grad 0, neu 2025). Dieselbe Logik gilt bei Parenchymeinblutung mit erhöhtem VTE-Risiko: Ist die physikalische Prophylaxe nicht durchführbar, kann eine medikamentöse Prophylaxe mit NMH erwogen werden (13.15, Expertenkonsens, neu 2025). In beiden Fällen ist das Medikament die nachrangige Option.

Zur Anwendungsdauer liegt für dieses Kollektiv eine belastbare Zahl vor: Eine Metaanalyse aus sieben randomisiert kontrollierten Studien mit 3.551 Schlaganfall-Patienten zeigt bei täglicher Anwendung von mindestens 18 Stunden eine signifikante Reduktion tiefer Beinvenenthrombosen (RR 0,50; 95 % KI 0,27–0,94). Dieselbe Auswertung berichtet IPK-bezogene unerwünschte Ereignisse (RR 5,71; Inzidenz 2,89 % gegenüber 1,29 %) — genannt werden Störungen des Schlafmusters, Hautverletzungen und Stürze. Beide Zahlen gehören zusammen: Die Wirksamkeit hängt an der Anwendungsdauer, die Verträglichkeit an der regelmäßigen Hautkontrolle.

In Deutschland bestehen 351 zertifizierte Stroke Units mit rund 2.900 Betten (Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft, Stand Juni 2026). Was die durchgehende Anwendung im Stationsablauf bedeutet, steht unter Was das auf Station bedeutet.

Weiterführend: S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe · Wirkprinzip der IPK · Mechanisch oder medikamentös? · Kontraindikationen der IPK

Leitlinienempfehlung

Wirbelsäulenchirurgie

Empfehlung 12.34 (neu 2025), Grad B · Empfehlung 12.36, Grad B

Nach elektiver Wirbelsäulenchirurgie sollten zur VTE-Prophylaxe physikalische Maßnahmen eingesetzt werden, bevorzugt die intermittierende pneumatische Kompression (Empfehlung 12.34, Grad B, neu 2025).

Bei Wirbelsäulenverletzungen mit hohem Blutungsrisiko — etwa nach Laminektomie oder bei intraspinalem Hämatom — sollte alternativ zur medikamentösen Prophylaxe eine intermittierende pneumatische Kompression zur Anwendung kommen (Empfehlung 12.36, Grad B). Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Angaben zur Häufigkeit von TVT und Lungenembolie bei Wirbelsäuleneingriffen weit auseinandergehen, je nach Studiendesign.

Weiterführend: S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe · Wirkprinzip der IPK · Kontraindikationen der IPK

In der Leitlinie benannt

Intensivstation

Kapitel 14 (Intensivmedizin)

Intensivpatienten tragen häufig mehrere VTE-Risikofaktoren gleichzeitig und zugleich ein erhöhtes Blutungsrisiko. Die Leitlinie hält für dieses Umfeld fest: Bestehen Kontraindikationen gegen die medikamentöse Prophylaxe, sind physikalische Maßnahmen wirksam, bevorzugt in Form der IPK. Im Kapitel Intensivmedizin heißt es, die IPK scheine anderen Verfahren überlegen.

Ebenso deutlich benennt die Leitlinie die Grenze dieser Aussage. Die PREVENT-Studie untersuchte die IPK zusätzlich zur medikamentösen Prophylaxe bei überwiegend internistischen Intensivpatienten, bei einer mittleren Anwendung von 22 Stunden täglich. Die Inzidenz tiefer Beinvenenthrombosen unterschied sich nicht (3,9 % gegenüber 4,2 %), ebenso wenig Gesamt-VTE und Dreimonatsmortalität.

Für die Praxis heißt das: Auf der Intensivstation ist die IPK das Verfahren der Wahl, wenn Antikoagulation nicht möglich ist. Als Routinezusatz zur laufenden medikamentösen Prophylaxe ist sie durch diese Daten nicht gedeckt — die Leitlinie hält allerdings fest, dass sie bei einem sehr hohen VTE-Risiko auch additiv eingesetzt werden kann.

Weiterführend: S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe · Mechanisch oder medikamentös? · Kontraindikationen der IPK

In der Leitlinie benannt

Orthopädie & Endoprothetik

Kapitel 12.6 (Untere Extremität) · Empfehlung 7.4, Grad 0

Hüft- und Knieendoprothetik zählen zu den Eingriffen mit dem höchsten VTE-Risiko. In der Regel ist eine medikamentöse Prophylaxe indiziert. Bestehen Kontraindikationen, etwa ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko, stellen physikalische Maßnahmen, bevorzugt in Form der IPK, eine wirksame Form der VTE-Prophylaxe dar.

Zwei Aussagen der Leitlinie sind für diesen Bereich bemerkenswert. Erstens hält sie zum Verfahrensvergleich fest: „Dabei ist die IPK den MTPS überlegen." Zweitens zeigen Daten aus mehreren randomisiert kontrollierten Studien für die IPK eine mit der medikamentösen Prophylaxe vergleichbare Wirksamkeit.

Zur Kombination bleibt die Leitlinie zurückhaltend: Die zusätzliche Wirksamkeit physikalischer Maßnahmen neben einer sachgerechten medikamentösen VTE-Prophylaxe hält sie für nicht ausreichend belegt, und die zugehörige Empfehlung 7.4 ist eine offene Empfehlung mit Empfehlungsgrad 0 („können", neu 2025). Ein Regelfall ist die Kombination also nicht.

Die zugrunde liegende Metaanalyse aus 34 Studien mit 14.931 überwiegend chirurgischen Patienten zeigt allerdings ein günstiges Blutungsprofil: Wird die IPK zu einer laufenden medikamentösen Prophylaxe hinzugenommen, steigt das Risiko schwerer Blutungen nicht (OR 1,21; 95 % KI 0,35–4,18). Der umgekehrte Vergleich — Antikoagulation zusätzlich zu einer laufenden IPK — zeigt erwartungsgemäß ein höheres Blutungsrisiko (OR 5,77; 95 % KI 2,81–11,83); er misst den Beitrag des Medikaments, nicht die Wahl zwischen zwei Prophylaxestrategien.

Weiterführend: S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe · Mechanisch oder medikamentös? · Thromboseprophylaxe nach Operation

In der Leitlinie benannt

Gefäßchirurgie

Kapitel 12.3 (Herz-, thorax- und gefäßchirurgische Eingriffe) · Kontraindikation lt. Gebrauchsanweisung

Gefäßchirurgische Patienten haben ein relevantes VTE-Risiko durch Eingriff und Immobilisation, zugleich häufig ein erhöhtes Blutungsrisiko. Für herz-, thorax- und gefäßchirurgische Eingriffe benennt die Leitlinie physikalische Maßnahmen, bevorzugt die IPK, für den Fall einer Kontraindikation gegen die medikamentöse Prophylaxe.

Dieser Bereich unterscheidet sich von allen anderen durch die Richtung der Abwägung: Nicht die Frage, ob die IPK angezeigt ist, steht im Vordergrund, sondern ob sie angewendet werden darf.

Weiterführend: Kontraindikationen der IPK · S3-Leitlinie VTE-Prophylaxe

Was das auf Station bedeutet

Die Leitlinie sagt, wann die IPK angezeigt ist. Wie sie sich in den Stationsablauf einfügt, steht dort nicht — deshalb hier die Größenordnungen aus der Praxis.

Gerätezahl je Station

Häuser halten je nach Bettenzahl sechs bis zehn Geräte pro Station oder Abteilung vor. Diese Spanne trägt die übliche Belegung; sie ist ein Erfahrungswert aus deutschen Häusern, keine Norm. Für die konkrete Station hängt die Zahl an Bettenzahl, Fachbereich und dem Anteil immobiler Patientinnen und Patienten.

Anlegen

Die Kompressionsmanschette legt in der Regel die Pflegefachkraft an. Das dauert in der Routine keine drei Minuten — Manschette um Bein oder Fuß schließen, Sitz prüfen, Schlauch anschließen, Starttaste drücken. Die Gebrauchsanweisung nennt als Maß für den Sitz: gut, aber nicht eng — zwei Finger sollen zwischen Bein und Manschette passen.

Anwendungsdauer

Die Kompressionsmanschette wird angelegt und bleibt im Regelfall bis zur Entlassung am Patienten — sie soll sitzen, solange der Patient liegt. Die apparative Prophylaxe ist damit kein Einzeltermin im Tagesablauf, sondern ein Dauerzustand, der mit der Mobilisierung endet.

Das deckt sich mit der Evidenzlage: Die belastbarste Wirksamkeitszahl der Leitlinie bezieht sich auf eine tägliche Anwendung von mindestens 18 Stunden. Praktisch bedeutet das Akkubetrieb für Untersuchungen und Transporte sowie einen Geräuschpegel, der im Mehrbettzimmer und in der Nachtschicht trägt.

Hautkontrolle bleibt Pflicht

Dauerhafte Anwendung heißt nicht ununterbrochene Anwendung. Die Gebrauchsanweisung verlangt, die Manschette regelmäßig abzunehmen und die Haut zu untersuchen. Das hat einen belegten Grund: Dieselbe Metaanalyse, die die Wirksamkeit ab 18 Stunden zeigt, berichtet auch IPK-bezogene unerwünschte Ereignisse — 2,89 % gegenüber 1,29 % in der Kontrollgruppe, genannt werden Hautverletzungen, Störungen des Schlafmusters und Stürze. Die Hautkontrolle ist der Teil der Routine, der diese Rate niedrig hält.

Patientenwechsel

Beim Patientenwechsel wird die Konsole gewischt und desinfiziert — die Gebrauchsanweisung sieht dafür Isopropylalkohol 70 % vor, bei gezogenem Netzstecker und ohne dass Feuchtigkeit ins Gerät gelangt. Zuständig sind Pflege oder Medizintechnik, je nach Hausregelung.

Für die Manschette gilt in Deutschland eine einfachere Regel: Die hier gelieferten Modelle sind Einwegprodukte. Sie werden nicht aufbereitet, sondern nach der Behandlung entsorgt. Eine Aufbereitungsvalidierung entfällt damit ebenso wie die Frage, wie oft eine Manschette den Waschgang übersteht.

Verbrauchsmaterial

Der Manschettenbedarf eines Hauses lässt sich vorab nur grob schätzen. Nach unseren Lieferdaten aus deutschen Häusern liegt er bei rund 20 bis 35 Manschettenpaaren je Gerät und Jahr. Die Spanne ist bewusst weit: Sie hängt an Fachbereich, Verweildauer und Belegung. Einweg-Manschetten sind patientenbezogen und bleiben über die gesamte Behandlung am selben Patienten — die Rechnung geht also über Fälle, nicht über Anwendungstage.

Belastbar wird die Zahl erst am eigenen Haus. Aus der Bettenzahl der betroffenen Stationen, der mittleren Verweildauer und dem geschätzten Anteil immobiler Patienten lässt sich der Jahresbedarf im Beratungsgespräch durchrechnen.

Einweisung, Service und Nachschub

Vor der ersten Anwendung steht die Geräteeinweisung. § 4 Abs. 3 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung verlangt, sie in geeigneter Form zu dokumentieren; nach Absatz 5 darf nur eingewiesenes Personal das Gerät bedienen.

Stellt ein Haus auf unsere Systeme um, bieten wir die Einweisung von uns aus an. Danach genügt eine Nachricht: Sie nennen uns einen Termin, wir organisieren den Außendienstbesuch und schulen vor Ort — jede eingewiesene Person wird dokumentiert. Wer eingewiesen wurde, darf anschließend intern weitere Mitarbeitende einweisen. Bei Personalwechsel ist das Haus damit nicht auf einen neuen Außentermin angewiesen, bekommt ihn aber, wenn es ihn möchte.

Für Reparaturen gilt die Vorgabe des Herstellers: Sie gehören in die Hand von geschultem und autorisiertem Servicepersonal, die Konsole wird nicht geöffnet. Ein festes Wartungsintervall schreibt die Gebrauchsanweisung nicht vor; die erwartete Nutzungsdauer der Konsole gibt der Hersteller mit fünf Jahren an, bei bestimmungsgemäßem Gebrauch. Der Weg zu uns ist kurz: Wer anfragt, wird zeitnah von einem festen Ansprechpartner zurückgerufen — auf Deutsch, ohne Ticketsystem.

Verbrauchsmaterial liegt in Deutschland am Lager. Bestellungen gehen in der Regel innerhalb von 24 bis 72 Stunden raus. Das ist der Punkt, an dem sich eine funktionierende Versorgung von einer bloßen Bezugsquelle unterscheidet — eine Station, die auf Manschetten wartet, kann die Prophylaxe nicht durchhalten.

Nach der Entlassung endet das Risiko nicht

Ein erheblicher Teil der VTE-Ereignisse tritt erst nach dem stationären Aufenthalt auf; die durchschnittliche Verweildauer lag 2023 in den chirurgischen und internistischen Fächern bei fünf Tagen. Die Leitlinie fordert deshalb, die Dauer der medikamentösen VTE-Prophylaxe am Fortbestehen relevanter Risikofaktoren auszurichten (Empfehlung 10.3, Empfehlungsgrad A) und bei geplanter Fortführung dieser Prophylaxe im Fall eines Zuständigkeitswechsels die Übergabe an die Weiterbehandelnden sicherzustellen (Empfehlung 10.4). Für die physikalische Prophylaxe formuliert die Leitlinie keine entsprechende Dauer-Empfehlung — maßgeblich ist die erneute Risikoeinschätzung am Ende der stationären Behandlung. Wie sich das an der Schnittstelle zu Reha und Pflege auswirkt, steht unter Thromboseprophylaxe nach der Entlassung und auf der Seite zur Anwendung in der Reha-Klinik.

Häufige Fragen

In welchen Klinikbereichen kommt die IPK zum Einsatz?

Die intermittierende pneumatische Kompression wird in allen Bereichen eingesetzt, in denen ein mittleres oder hohes VTE-Risiko besteht und die medikamentöse Prophylaxe eingeschränkt ist. Namentlich benennen die IPK die Empfehlungen 12.5 (Eingriffe am zentralen Nervensystem, intraoperativ), 12.34 und 12.36 (Wirbelsäulenchirurgie) sowie 13.10, 13.14 und 13.16 (Schlaganfall und intrakranielle Blutung). Empfehlung 12.3 fordert nach Eingriffen am zentralen Nervensystem eine physikalische Prophylaxe, ohne das Verfahren festzulegen. Die Empfehlungen 13.15 und 13.17 regeln umgekehrt, wann NMH in Frage kommt — nämlich dann, wenn die physikalische Prophylaxe nicht durchführbar ist. In der Intensivmedizin und der Endoprothetik wird die IPK im jeweiligen Kapitel behandelt, ohne eigene Empfehlung.

Ersetzt die IPK die medikamentöse Thromboseprophylaxe?

Nein. Empfehlung 7.2 der S3-Leitlinie hält ausdrücklich fest, dass Basismaßnahmen und physikalische Maßnahmen eine indizierte medikamentöse VTE-Prophylaxe nicht ersetzen. Bei mittlerem oder hohem VTE-Risiko und Kontraindikationen gegen Medikamente sollen physikalische Maßnahmen zum Einsatz kommen, bevorzugt die IPK — das ist Empfehlung 7.3 mit Empfehlungsgrad A.

Sind Thromboseprophylaxestrümpfe und IPK gleichwertig?

Nein. Empfehlung 7.3 bevorzugt bei Kontraindikation gegen Medikamente ausdrücklich die IPK. Beim akuten ischämischen Schlaganfall geht die Leitlinie weiter: Dort sollte die IPK eingesetzt werden (13.10), während medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe nicht eingesetzt werden sollten (13.11). Im Kapitel zur unteren Extremität heißt es zum Verfahrensvergleich, die IPK sei den Strümpfen überlegen.

Wie lange dauert das Anlegen der Manschette?

In der Routine keine drei Minuten. Die Manschette wird um Bein oder Fuß geschlossen, der Sitz geprüft, der Schlauch angeschlossen und die Starttaste gedrückt. Als Maß für den Sitz nennt die Gebrauchsanweisung: gut, aber nicht eng — zwei Finger sollen zwischen Bein und Manschette passen. Angelegt wird in der Regel durch die Pflegefachkraft.

Wie läuft die Geräteeinweisung ab?

Stellt ein Haus auf unsere Systeme um, bieten wir die Einweisung von uns aus an — Sie müssen nicht daran denken. Darüber hinaus genügt eine Nachricht: Sie nennen uns einen Termin, wir organisieren den Außendienstbesuch und schulen vor Ort. Jede eingewiesene Person wird dokumentiert, wie es § 4 Abs. 3 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung verlangt. Eingewiesene Mitarbeitende dürfen anschließend intern weitere Kolleginnen und Kollegen einweisen — bei Personalwechsel sind Sie also nicht auf einen neuen Außentermin angewiesen, bekommen ihn aber, wenn Sie ihn möchten.

Wie wird das Gerät zwischen zwei Patienten aufbereitet?

Die Konsole wird bei gezogenem Netzstecker gewischt und mit Isopropylalkohol 70 % desinfiziert; dabei darf keine Feuchtigkeit ins Gerät gelangen. Die in Deutschland gelieferten Kompressionsmanschetten sind Einwegprodukte — sie werden nicht aufbereitet, sondern nach der Behandlung entsorgt.

Wer darf das Gerät auf Station bedienen?

Die Bedienung erfolgt durch eingewiesenes Personal. Vor der ersten Anwendung ist eine Geräteeinweisung nach § 4 Abs. 3 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung erforderlich; sie wird dokumentiert und den eingewiesenen Personen bestätigt. Die Indikationsstellung selbst trifft das behandelnde Fachpersonal.

Von der Leitlinie zur Station

Welches System auf Ihrer Station in Frage kommt, entscheidet die Leitlinie nicht — das hängt von Lagerung, Manschettenkonfiguration und den Abläufen im Pflegealltag ab. UniCare vertritt Mego Afek in Deutschland, liefert aus deutschem Lager und führt die Geräteeinweisung selbst durch. Welche Systeme das sind, steht unter Produkte.

Mehr Versorgungssicherheit für Ihre Klinik.

Vereinbaren Sie ein Klinikgespräch, fordern Sie das Datenblatt an oder testen Sie Phlebo Press® auf Ihrer Station. Wir melden uns innerhalb von 24 h mit einem konkreten Vorschlag.