Wissen & Ratgeber

Thromboseprophylaxe in der Orthopädie

Endoprothetik zählt zu den VTE-Hochrisiko-Eingriffen. Wie sich mechanische und medikamentöse Prophylaxe ergänzen und wann die IPK zum Einsatz kommt.

Endoprothetik: ein Hochrisiko-Setting

Große orthopädische Eingriffe — allen voran die Hüft- und Knie-Totalendoprothese (TEP) — gehören zu den Operationen mit dem höchsten Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE). Drei Faktoren der Virchow-Trias wirken zusammen: ausgeprägtes Gewebetrauma, eine veränderte Gerinnungslage und eine teils längere Immobilisation in der postoperativen Phase. Die S3-Leitlinie zur VTE-Prophylaxe (AWMF 003-001) ordnet diese Eingriffe deshalb der Hochrisikogruppe zu.

Mechanisch und medikamentös — kein Entweder-oder

Im Hochrisiko-Bereich empfehlen Leitlinien in der Regel eine medikamentöse Prophylaxe, häufig kombiniert mit mechanischen Maßnahmen nach Risikobewertung. Die intermittierende pneumatische Kompression (IPK) ist die aktive, mechanische Komponente: Sie fördert den venösen Rückstrom über zyklische Kompression der Kompressionsmanschetten und wirkt der Blutstase entgegen, ohne in die Gerinnung einzugreifen. Wie sich die Verfahren grundsätzlich unterscheiden, lesen Sie unter mechanische vs. medikamentöse Thromboseprophylaxe.

Wann die IPK in der Orthopädie besonders relevant ist

  • Erhöhtes Blutungsrisiko: Wenn eine (volle) medikamentöse Prophylaxe nicht vertretbar ist, rückt die mechanische Maßnahme in den Vordergrund.
  • Frühe postoperative Phase: Die IPK kann unmittelbar nach dem Eingriff eingesetzt werden, solange Patienten noch immobil sind.
  • Adjuvant im Hochrisiko-Setting: Ergänzend zur medikamentösen Prophylaxe nach ärztlicher Risikobewertung.

Die Indikationsstellung und die Auswahl der Maßnahmen treffen stets die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Anerkannte Grenzen des Verfahrens finden Sie unter IPK-Kontraindikationen.

Praktische Umsetzung auf der Station

Für den orthopädischen Stationsalltag zählt, dass die mechanische Prophylaxe verlässlich verfügbar und einfach anzuwenden ist. Die mobilen IPK-Systeme der Phlebo Press®-Technologie — die Phlebo Press® DVT 650 Easy und die Phlebo Press® DVT 603 — regeln den Druck automatisch, arbeiten leise und werden mit Geräteeinweisung nach §83 MPBetreibV ausgeliefert. So bleibt die Prophylaxe auch im OP-nahen Ablauf praktikabel.

Häufige Fragen

Warum ist das Thromboserisiko in der Orthopädie besonders hoch?

Große orthopädische Eingriffe wie Hüft- und Knie-Endoprothesen zählen zu den Operationen mit dem höchsten Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE). Gewebetrauma, längere Immobilisation und die Aktivierung der Gerinnung treffen zusammen. Die S3-Leitlinie (AWMF 003-001) ordnet diese Eingriffe daher der Hochrisikogruppe zu.

Wird in der Endoprothetik mechanisch oder medikamentös prophylaktiert?

In der Regel kommt im Hochrisiko-Setting eine medikamentöse Prophylaxe zum Einsatz, häufig kombiniert mit mechanischen Maßnahmen. Die IPK ist eine mechanische Option — adjuvant zur medikamentösen Prophylaxe oder als alleinige Maßnahme, wenn Medikamente kontraindiziert sind. Die Entscheidung trifft das behandelnde Fachpersonal nach Risikobewertung.

Wann ist die IPK in der Orthopädie sinnvoll?

Besonders dann, wenn ein erhöhtes Blutungsrisiko gegen eine (volle) medikamentöse Prophylaxe spricht, in der frühen postoperativen Phase oder zur Ergänzung im Hochrisiko-Setting. Die IPK wirkt rein mechanisch und beeinflusst die Gerinnung nicht.

Mehr Versorgungssicherheit für Ihre Klinik.

Vereinbaren Sie ein Klinikgespräch, fordern Sie das Datenblatt an oder testen Sie Phlebo Press® auf Ihrer Station. Wir melden uns innerhalb von 24 h mit einem konkreten Vorschlag.